Online-Workshop im Rahmen der berufspädagogischen Fortbildung in der Praxisanleitung (8 Stunden) am 18. Dezember 2026 8:30 bis 15:45 per Zoom
Wie viel Perfektionismus darf es sein? „Anleitender Perfektionismus“ – oder doch „perfektionistische Praxisanleitung“?
Perfektionismus hat einen erstaunlich guten Ruf. Schließlich klingt „Ich bin perfektionistisch“ irgendwie besser als „Ich kann schlecht loslassen“. Gerade in der Praxisanleitung trifft ein hoher Anspruch auf Verantwortung für Lernprozesse – eine Mischung, die Qualität fördern kann, aber manchmal auch unnötig Druck erzeugt. In diesem Workshop schauen wir deshalb genauer hin: Wie viel Perfektionismus hilft der Praxisanleitung wirklich – und wann wird er eher zum Stressverstärker?
Beschreibung
Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter arbeiten in einem Spannungsfeld: zwischen fachlicher Verantwortung, pädagogischem Anspruch und einem Arbeitsalltag, der selten perfekt planbar ist. Viele bringen dabei einen hohen eigenen Anspruch mit – manchmal so hoch, dass Perfektionismus fast selbstverständlich wirkt. Schließlich geht es um Qualität, Sicherheit und gute Lernprozesse. Doch genau hier beginnt die interessante Frage: Wann wirkt Perfektionismus aktivierend und unterstützend? Und wann kippt er in unrealistische Erwartungen, die eher Energie kosten als Wirkung entfalten? In diesem Workshop schauen wir auf beide Seiten: auf den aktivierenden Perfektionismus, der Qualität und Kompetenz stärkt – und auf den unrealistischen Perfektionismus, der Stress, Selbstkritik und Überlastung begünstigen kann.
Die Teilnehmenden reflektieren eigene Muster, lernen typische Denk- und Handlungsschleifen kennen und entwickeln Strategien, um Perfektionismus in der Praxisanleitung bewusst und konstruktiv zu nutzen. Praxisnah, reflektiert und mit einer guten Portion Humor – denn gute Praxisanleitung braucht Qualität, aber keine Selbstüberforderung.
Ziel
Nach dem Workshop kannst du:
- aktivierenden und unrealistischen Perfektionismus unterscheiden
- eigene perfektionistische Muster besser erkennen und reflektieren
- die Auswirkungen von Perfektionismus im beruflichen Alltag einschätzen
- Strategien entwickeln, um mit hohen Ansprüchen konstruktiver umzugehen
- Fehler stärker als Lernchance nutzen – für dich selbst und für Lernende
Inhalte
- Perfektionismus verstehen (Aktivierender und unrealistischer Perfektionismus, Ursprung und Merkmale unrealistischen Perfektionismus, Der „Zustand höchster Kompetenz“ und seine Dynamik)
- Wenn Perfektionismus zum Stressverstärker wird (typische Denk- und Handlungsmuster, schädliche Konsequenzen überhöhter Ansprüche erkennen)
- Konstruktiver Umgang mit Perfektionismus
- Praktische Strategien für den Alltag
Zielgruppe
Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter — und eigentlich alle Menschen, die merken, dass ihr eigener Anspruch manchmal ziemlich hoch ist. Der Workshop richtet sich an alle, die ihre eigenen Erwartungen reflektieren, Perfektionismus besser verstehen und einen gelasseneren Umgang damit entwickeln möchten — beruflich wie persönlich.
Investition
100 €
Nach Abschluss des Workshops erhalten die Teilnehmenden eine Bescheinigung über 8 Stunden berufspädagogische Fortbildung, anerkannt zur Vorlage bei der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB).